Betroffenheitsaktionismus

Wenn es hier sonst um brisante gesellschaftliche Themen ging dann ja meistens mit starkem Regionalbezug, zum Beispiel wenn ich mich über einige lokale »VOLKS-Genossen« aufgeregt habe, die hier den Ruf der ganzen Region beschädigt haben und noch beschädigen. Oder irgendwas im dauerhaften Konflikt zwischen Radfahrern und dem motorisierten Verkehr. Dieses Mal geht es um den Ukraine-Konflikt – der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine seit dem 24.02.2022.

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Dieser Feldzug ist – keine Frage und ohne jegliche heuchlerische Hintergedanken – ein völlig unnützer Gewaltakt, der hätte vermieden werden müssen, der unzähliges Leid bringt und unschätzbare Werte vernichtet. Gewinnen kann hier mit Ausnahme der Bonzen der Rüstungsindustrie und ihrer Aktionäre niemand etwas.

Neben den militärischen Berichten und denen zur humanitären Lage (Themen rund um die Bewältigung der Flucht der Zivilisten aus dem umkämpften Gebiet) war gleich zu Beginn das Thema wirtschaftliche Sanktionen ganz groß. Hier ist ein Aktionismus losgetreten wurden, wie ich ihn bei noch keinem Konflikt erlebt habe: Kündigung von Kulturschaffenden mit russischem Hintergrund, Ausschluß russischer Athleten von Veranstaltungen und Restriktionen im Handel. Erst heute habe ich eine Marketing-Aktion der Bekleidungsfirma »Isadore« auf das Mobile bekommen, wo Russland ausdrücklich vom Gewinnspiel ausgeschlossen ist.

Geht’s noch: was bitte soll denn daran den Krieg beenden, bzw. den Menschen in der Ukraine ihre Souveränität zurückbringen, wenn den Menschen im Land des Aggressors die Chance auf den Gewinn von Cycling-Accessoires verwehrt wird?? Aber ein Zeichen…. FUCK NO! Es gibt wie man sehen kann in Russland genügend Menschen, die die Mütze voll haben von Putin und seiner Politik, die kann man mit sinnlosen Aktionen nicht noch zusätzlich bestrafen und das Verhältnis zu denen auf lange Zeit verbauen, nur um jetzt mal en vogue zu sein, in dem man sich gegen Russland positioniert. Das gab es so nicht mal zu Zeiten des Kalten Krieges, da durften die Athleten aus dem Ostblock mit dem Westen zusammen sportliche Wettkämpfe abhalten, es gab Handel in beide Richtungen und Kulturveranstaltungen mit Künstlern aus dem jeweils anderen Lager.

Screenshot aus der Strava-App.

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