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NordCup-Radmarathons: “Rund am Mittelpunkt – per Rad” / Nortorf (05.06.2011)

Der Radmarathon um Schleswig-Holsteins geographischen Mittelpunkt. Im Vorfeld wurde schon angekündigt, es gibt nach fünf Jahren eine komplett neue Strecke. Zwei Depots zur Verpflegung werden über unterschiedliche Schleifen insgesamt fünfmal angesteuert.

Kurz nach dem Start (ich im Bild, Foto (c) www.rsg-mittelpunkt.de)

Kurz nach dem Start (ich im Bild)

Bis zur ersten Kontrolle in Hohenwestedt bei reichlich fünfzig Kilometer hält ein riesiger Pulk zusammen. Da ich mir heute den Streß vorne nicht antun möchte fahr ich alleine weiter und warte, daß von hinten jemand einholt.

Bald ist eine kleine Gruppe da, wir sind zehn und es paßt bis KP 2 (85 km) ganz gut. Ich fahr wieder alleine und dieses mal brauchen die gleichen Leute fast zwanzig Kilometer, um mich zu kriegen. Zwischendurch gabel ich einen Einzelfahrer auf und wir sind nun wenigstens zu zweit.

Bei der dritten Kontrolle in Hohenwestedt (ca. 120 km) entdecke ich eine Thermobehälter mit einem koffeinhaltigen Heißgetränk arabischen Ursprungs. Kaffee Sorte aufgegossenes Granulat ist besser als kein Kaffee und weil das Zeug heiß ist komm ich nicht vor den andern los, sondern danach, kann sie aber nach einem Kilometer stellen. In der Folge zerlegt sich die Gruppe immer weiter und wird nur unzureichend durch Ersatz von vorne aufgefüllt.

Bei Kilometer 140 bin ich als letzter übrig und fahr mit zweien, die vorne rausgefallen sind bis KP 4 in Schönbek (ca. 160 km). Hier komm ich wieder alleine los und treffe dreißig Kilometer weiter eine Dame von der 150er RTF-Runde, die alleine unterwegs ist. Zwei Marathonis kommen kurz darauf von hinten, sind mir aber zu schnell, um mehr als das kurze Stück bis Schönbek II (197 km) mitzufahren.

In Schönbek geht’s wieder alleine los, bei Nortorf treffe ich noch zwei Leute, die aber beide nur noch ihr Tempo fahren wollen.

Statistik:
220,68 | 6:47:05 | 32,52

Mitternacht-Radmarathon / Nortorf

Anläßlich des Bundesradsporttreffens 2008 in Nortorf wird in der Nacht von Freitag auf Samstag der so genannte Mitternacht-Radmarathon angeboten: »260 km durch das nördliche Schleswig-Holstein«. Holger und ich sind dabei, als Punkt Mitternacht der Startschuß in Form eines Feuerwerkes fällt und sich zweihundert Starterinnen und Starter auf den Weg begeben. Die Nacht ist lau und trocken, es wird bestimmt eine spannende Sache!

Vom zentral gelegenen Nortorf geht es erst einmal sechzig Kilometer nach Norden zum ersten Kontrollpunkt in Schleswig. Holger und ich gehen mit der ersten Gruppe mit, deren Tempo natürlich viel zu hoch ist. Ab Schleswig fahren wir alleine weiter in Richtung Oeversee (KM 90) zum zweiten Kontrollpunkt. Auf dem Weg dahin verfahren wir uns einmal um ca. fünf Kilometer, da mindestens einer der reflektierenden Wegweiser abgerissen oder verdreht wurde. Es schlägt mittlerweile die dritte Stunde und die Müdigkeit macht sich breit. Kaffee oder andere koffeeinhaltige Getränke werden nicht gereicht und man fährt wie im Delirium Nordfriesland und dem neuen Tag entgegen. Hier und da irren einzelne Gestalten von der Kneipe nach Hause, in einem Dorf läuft auch noch eine Hochzeitsfeier. Ansonsten ist alles still und einsam.

Als wir den dritten Kontrollpunkt in Husum (KM 140) erreichen ist es bereits hell. Ich esse und trinke was und nach kurzem Aufenthalt fahren wir, immer noch alleine, weiter.

Erst südlich der Eiderbrücke bei Friedrichstadt werden wir von einer großen Gruppe von ca. dreißig Fahrern eingeholt und rollen bis zum vierten Kontrollpunkt in Wesseln, Dithmarschen, mit. Das Tempo geht gerade so zu halten, wenn man in Fahrtrichtung links, die Windschattenseite, fährt.

In Wesseln (KM 175) gibt es Frühstück mit Kaffee. Der Körper mag eigentlich nichts essen und trinken, aber es muß sein, denn bis Nortorf sind es noch ca. neunzig Kilometer.

Mit einem kleinen Teil der Gruppe, etwa zehn Personen fahren wir weiter, erreichen irgendwann den letzten Kontrollpunkt in Hanerau-Hardemarschen (KM 205). Von hier sind es keine sechzig Kilometer bis zum Ziel.

Wir erreichen Nortorf in der zehnten Stunde, völlig übernächtigt packen wir das Zeug zusammen, gehen duschen und lungern noch ca. eine Stunde auf dem Festgelände am Markt rum, bevor es mit dem Auto zurück geht. Der Rest des Tages findet auf dem Sofa statt.

Fazit: schöne Tour, aber nie wieder! Die Distanz ist nicht das Problem, wohl aber der völlig gestörte biologische Tagesrhythmus.

Kurz nach dem Start auf dem Marktplatz in Nortorf. Beachtenswert: die Sondertrikots mit Leuchtstreifen.

Kurz nach dem Start auf dem Marktplatz in Nortorf. Beachtenswert: die Sondertrikots mit Leuchtstreifen.

 

 

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