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»Holsteiner Wellenritt« Rad-Marathon / Kaltenkirchen (07.08.2016)

Östliches Hügelland

Auf den Tag genau fünf Jahre ist es her, seit der letzten Teilnahme beim Holsteiner Wellenritt in Kaltenkirchen. Aus den alten Büchern erliest sich, daß es sich nun um die vierte Teilnahme handelt. Überliefert ist ebenfalls, daß sich die Kattenberger große Mühe geben und jede Steigung in ihrem Heimatland in den Streckenverlauf integrieren, was sich auf mehr als eintausend Höhenmeter summiert.

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NordCup-Radmarathons: Holsteiner Wellenritt / Kaltenkirchen (07.08.2011)

Der letzte Lauf zur NordCup-Radmarathon-Serie 2011 ist gefinished und das entsprechende Trikot im Sack. Dieser Radmarathon von Kaltenkirchen Richtung Ostsee bei Lübeck und in einer Schleife zurück ist wie immer der mit den meisten Höhenmetern, echte Berge gibt es zwar nicht aber immer wieder kurze, teilweise knackige Anstiege fürs kleine Kettenblatt oder Konditionstiere.

Geschenkt gibt es beim Holsteiner Wellenritt nichts. Die Nacht durch und am Morgen kräftiger Regen, kurz nach dem Start die erste Flußdurchfahrt aufgrund verstopfter Kanaldeckel. Bis Kontrolle 1 (KM 48) in Bark fahr ich in der ersten Gruppe mit. Erwartungsgemäß zerfällt diese hier und ich komm mit Michael und Wolf von St. Pauli und einem dritten Unbekannten los.

Der Regen wird weniger und bei Kontrolle 2 (KM 78) in Schlamersdorf ist es von oben trocken. Zu viert geht es weiter, einen fünften Man können wir einholen, verlieren aber zwei nach hinten und einem geht es zu langsam. Mit Wolf fahre alleine weiter, obwohl der Fahrstil von uns beiden recht unterschiedlich ist.

In Seekamp, Kontrolle 3, KM 118 kommt sogar die Sonne raus, die Regenjacke wird zu viel und wandert ins CamelBak. Mit Wolf fahre ich alleine weiter, ab jetzt schön gegen den Wind. Zehn Kilometer geht es gut, dann muß ich ihn ziehen lassen. Um und bei KM 140 stellt sich wieder ein einigermaßen runder Tritt und kontrolliertes Vorwärtskommen ein.

An Kontrolle 4 (KM 148) in Wulfsdorf gibt es Cola und Energy-Gels eines mir unbekannten Herstellers. Eigentlich experimentiere ich auf Marathons nicht mit unbekannten Sachen rum, doch es steht mit Koffein drauf, das kann nicht ungut sein und nach drei Becher Cola drück ich noch ein Gel rein. Ein zweites nehm ich für die Not mit, da ich meine eigenen vergessen habe. Als solide Grundlage eß ich mehrere Vollkornschnitten mit Salami und Rousinenschnitten. Wolf ist auch noch hier, ebenso Wolfgang aus Hoyerswerda. Beide fahren getrennt vor mir los.

Die Kombination aus viel Zucker und Koffein schlägt gut an, wenig später überhole ich Wolfgang. Leider hält Gel und Kola nie lange an und die schwerverdaulichen Wurstbrote zünden nicht wirklich. Wolfgang überholt mich wieder mit einem zweiten Mann. Ich häng mich dran und komm dadurch etwas schneller weiter. Etwas ausgeruht im Windschatten unterstütze ich unsere Gruppe später sogar bei der Führungsarbeit. Wir können einen Mann einholen, er ist aber nicht mehr in der Lage, bei uns mitzufahren, ich sehe ihn auch nie wieder. Auch nicht, als kurz darauf (ca. KM 175) dem dritten Mann der Reifen kaputt geht. Wolfgang gibt ihm einen Schlauch und ich fahr schon mal langsam weiter, um außer Sichtweite das Notgel zu verdrücken, Wolfgang überholt mich wieder, ich steig ihm hinterher und bis zur Kontrolle 5, wieder Bark (KM 200) bleiben wir zusammen. Zwei Kilometer vor Bark überholt uns eine RTF Gruppe von zehn FahrerInnen. Sie sehen alle sauber und trocken aus, beim RTF-Start anderhalb Stunden nach unserem hat es offenbar nicht mehr geregnet.

An der Kontrolle treffe ich wieder auf Wolf, wir fahren wieder gemeinsam und vor den RTF-Leute los, doch am Kattenberg kurz vor dem Ziel ist er schneller. In Kaltenkirchen wird ihm die Ampelreglung zum Verhängnis und wir fahren doch gemeinsam ins Ziel ein.

[223,70 km | 1.100 Hm | 7:13:46 h | 30,94 km/h]

»Holsteiner Wellenritt« Radmarathon / Kaltenkirchen (02.08.2009)


Dies war der letzte Lauf der NordCup Radmarathon Serie im Jahr 2009. Das Wetter am Morgen war bestens und sollte auch den Tag über so bleiben, nur für den späten Nachmittag waren Schauer angesagt, die aber ausblieben. Vom Start weg habe ich mich gleich vorne einsortiert, weil ich nach zehn Tagen mit dem MTB in den Alpen im Juli ein gutes Formgefühl hatte. Los ging es mit den üblichen 35 bis 38 km/h und die Gruppe bestand noch aus circa 25 Fahrern. Bei 108 Startern und Start im Stadtzentrum wurde in zwei Blöcken gestartet, Polizeieskorte aus der Stadt raus gab es nicht, lediglich eine Kreuzung wurde abgesichert.

Nach der ersten Kontrolle (Todesfelde / KM 42) fanden um die 15 Fahrer zusammen und fuhren im gleichen Tempo bis zum zweiten Kontrollpunkt (Schlamersdorf / KM 74). Auf der dritten Etappe bis KP 3 (Seekamp / KM 114) wurde ordentlich Gas gegeben, meistens stand ein Wert weit über 40 km/h auf der Uhr. Das lies einige rausfallen und die Führungsgruppe bestand hinter Seekamp nur noch aus acht Leuten. Dies blieb auch nach KP 4 (Wulfsdorf / KM 143) noch so, das Tempo war jetzt aber wieder geringer, nur noch um die 40 km/h. Ich habe ja die ganze Zeit mit einem Hungerast oder Krämpfen gerechnet, konnte das Tempo aber gut mitgehen und auch Führungsarbeit machen.

Die vierte Etappe bis Todesfelde (KM 191) zog sich über 48 Kilometer, auf den letzten zehn hatte ich nichts mehr zu trinken, blöderweise wurde das CamelBak zur gleichen Zeit leer wie die zweite Trinkflasche. Eigentlich komme ich mit zwei Litern im CamelBak immer über einen Marathon und habe noch was drinnen, weshalb ich dieses Mal nur anderthalb Liter Mineralwasser eingefüllt habe. War wohl zu wenig. In Todesfelde wurde eine Trinkflasche für die letzten 25 Kilometer aufgefüllt. Bei KM 209 meiner Messung kam es zur einzigen brenzligen Situation auf diesem Marathon, hinter einer unübersichtlichen Rechtskurve stand auf einmal ein Mähdrescher vor uns, der die gesamte Wegbreite einnahm. Der Fahrer sprang zum Glück gleich auf die Bremse und der Stahlklotz stand nach einem Bremsweg von weniger als einem halben Meter. Einer der Radfahrer kam leider nicht zum stehen, sondern stürzte direkt vor die Landmaschine und verletzte sich am Knie, konnte aber weiterfahren. Warum die Bauern keinen PKW vorausschicken, wenn sie mit dem Mähdrescher von einem Einsatzort zum nächsten fahren ist unklar.

Nach diesem Zwischenfall ging es etwas ruhiger bis zurück, zwei setzten sich auf den letzten Kilometern noch nach vorne ab und konnten fünf Minuten rausfahren. Der Rest der ersten Gruppe bestand noch aus fünf Fahrern, die nach 6:19:xx (brutto) wieder in Kaltenkirchen auf den Parkplatz den Gymnasiums rollten. Dies war in meinem Erleben der schönste Marathon von den fünf, die ich dieses Jahr gefahren bin und nach Reifenpannen, Regen und Starten nicht im ersten Block (Hamburg Volksdorf) nenne ich es mal Erfolg.

221,73 | 6:10:12 | 35,93

www.rsc-kattenberg.de

»Holsteiner Wellenritt« Radmarathon / Kaltenkirchen (10.08.2008)

10. August 2008 – NordCup Radmarathon – RSC-Kattenberg / Kaltenkirchen

In Kaltenkirchen ist wieder der letzte Marathon der NordCup-Serie und weil ich Nummer fünf und sechs (Wesseln und Schleswig) aus terminlichen Gründen nicht fahren konnte, wollte ich es noch einmal wissen. Fünf absolvierte machen sich auch besser als vier. Die äußerlichen Voraussetzungen konnten schlechter nicht sein, zum Start halb acht waren 14°C und Regen. Von den 112 Angemeldeten auf der Website kamen bzw. finishten bei dem Wetter immerhin fünfundneunzig. Zu den Wetterbedingungen kam akute Müdigkeit, da eine Stunde Schlaf nach durchfeierter Nacht nicht gerade üppig war. Die Erfahrung von Nortorf (Mitternacht-Radmarathon) hat aber gezeigt, daß man auch mal eine Nacht durchmachen kann, wenn man auf Alkohol vollständig verzichten kann.

Vom Start weg fand ich mich in der zweiten Gruppe wieder, die vom Rhythmus her aber nicht passte. Die erste Gruppe hatte einen Abstand von ca. dreihundert Metern und kam nicht weg, weswegen ich ein Lückezufahren wagte. Sinnvoll war die Aktion nicht, da wenig später eine Baustellenampel mit langer Rotphase das Feld wieder zusammenrücken lies. Von da an hielt ich mich bis KM 89 in dieser Gruppe von achtzehn Fahrern, es passierte nicht viel, das Tempo war hoch (34,5 bis Kontrollpunkt 2 bei KM 76) und es mussten öfter mal Lücken zugefahren werden, weil sich die Gruppe in die Länge zog, wenn vorne angezogen wurde. Der Regen war mal stärker, mal schwächer und trotz des Windes aus Westen sah es nicht nach aufklaren aus. Bei KM 89, auf einem schmaler Waldweg mit Hindernissen – vom Wind heruntergerissene Äste blockierten immer wieder den Weg und brachten den Rhythmus der Gruppe auseinander – stieg ich mit einem anderen Fahrer aus und vor mein eigenes Tempo. Immerhin waren noch hundertunddreißig Kilometer zu fahren. Der zweite war nach kurzer Zeit weg und bis zur Kontrollstelle 3 bei KM 117 war ich allein. Von hinten überholte nur ein einzelner Fahrer mit Triathlonlenker. In der Ferne sah ich kurz einen großen rot-weiß gekleideten Fahrer, der Abstand war mindestens ein Kilometer. Es muß wohl Hermann gewesen sein, der an KP 3 losfuhr, als ich ankam.

Hier gab es eine warme Brühe (nicht zu heiß, denn man wollte sie ja sofort trinken) und drei Fahrer, die auch aus der ersten Gruppe ausgestiegen waren. Die Brühe tat ganz gut und ich fuhr dann mit den drein weiter bis KP 4 (KM 146). Zwischendurch holten wir Hermann ein und überholten einen Rostocker Fahrer, der eine Reifenpanne hatte. Beim KP 4 gab es die Warmverpflegung, ich hatte darauf verzichtet und startete alleine auf die achtundvierzig Kilometer lange Etappe bis zum letzten KP. Fünf Kilometer weiter stand Hermann am Straßenrand, auch Reifenpanne. Dieses Unglück sollte mir auch nicht verwehrt bleiben und bei KM 156 entwich vorne die Luft.

In einer Bushaltestelle in Lebatz Gem. Ahrensbök wechselte ich den Schlauch, bekam aber keine Luft in den Reifen. Ich schob es auf die neue Luftpumpe, die ich vorher noch nicht ausprobiert hatte und wartete nachfolgende Fahrer ab. Bald kam Hermann und der Liegeradfahrer, die hatten aber auch keine Pumpe mit Auto-Ventilaufsatz. Neben der Haltestelle lag ein Gasthaus und der Kellner, älterer Herr, gebürtiger Italiener und Radprofi [sic!] von 1956 bis 60, konnte mir mit einer Standpumpe mit Barometer helfen. Mit der Luft klappte es immer noch nicht und ich stellte fest, daß der fabrikneue Schlauch einen Schnitt von fünf Millimeter Länge hatte. Mein zweiter und letzter Ersatzschlauch passte dann und nach einem Kaffee und der Lebensgeschichte des Rennfahrers a. D. brach ich auf. Ich habe nicht geguckt, wie viel Zeit die Panne gekostet hat, aber viele Fahrer sind in der Zeit nicht vorbeigekommen, ich schätze die Zahl auf unter zwanzig (eine kleine Gruppe und sonst nur einzelne).

Die letzten sechzig Kilometer hoffte ich, nicht noch eine Panne zu bekommen, denn 26-Zoll-Schläuche für Mountainbikes bekommt man Sonntagnachmittag in der norddeutschen Weitläufigkeit nur schwierig. Zur Not hatte ich ja die Rufnummer des Besenwagens. Das Wetter besserte sich im Laufe des Nachmittags und es gab nur noch wenige Schauer. Dafür war der Wind jetzt die ganze Zeit von vorn. Bei KM 190 holten mich die drei von Vormittag wieder ein, als ich zur Orientierung anhalten musste. Mit ihnen bin ich dann auch zu Ende gefahren. An KP 5, fünfundzwanzig Kilometer vor dem Ziel haben wir für meine Verhältnisse lange pausiert, weil die Jungs noch Kaffee trinken wollten. Wir erreichten dann Kaltenkirchen halb fünf im Sonnenschein.

Abgesehen von der Reifenpanne – wieder mal eine Bestätigung, daß der Schwalbe Marathon Slick Reifen bei Regen nichts taugt, denn die beiden Steine, die den Schlauch zerstört haben wären beim Marathon XR nicht durchgegangen – war es eine nette Tour, wohl die mit den meisten Höhenmetern beim NordCup insgesamt. Die Bezeichnung Wellenritt trägt dieser Marathon aus gutem Grund.

[220,19 / 9:01:00]


Foto: (c) RSC Kattenberg

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